INTERNATIONALER MUSEUMSTAG

“Berge sind die größeren Kathedralen der Welt mit ihren Felsportalen, den Mosaiken der Wolken, den Chören der Bäche, den Altären des Schnees und den Gewölben aus Purpur, die mit Sternen glitzern.”
John Ruskin

Der 18. Mai 2021 ist der Internationale Museumstag: Das Asolo-Team versammelte in einem Führer die berühmtesten Museen, die den Bergen, ihren Geschichten, ihrer Kultur und Tradition in Italien und der Welt gewidmet sind. 

Welches dieser Museen möchten Sie besuchen?

MESSNER MOUNTAIN MUSEUM DOLOMITES

Das Messner Mountain Museum Dolomites, wegen seines Panoramablicks auch "Museum in den Wolken" genannt, erhebt sich auf dem Monte Rite (2181 m), im Herz der Dolomiten, zwischen dem Cadore und Cortina d'Ampezzo. Es wurde in einer restaurierten italienischen Festung aus dem Ersten Weltkrieg eingerichtet.

Dem "Fels" gewidmet, erzählt es die Geschichte des Alpinismus und der Erforschung der Dolomiten und sammelt einige Zeugnisse der Entstehung des Dolomitgesteins wie Muscheln oder Palmfarnfossilien von vor Millionen von Jahren, die an die Korallenriffe des ursprünglichen tropischen Meeres erinnern.

In der zentralen Galerie sind Gemälde und Kunstwerke ausgestellt, die Reinhold Messner gehörten und die Dolomiten von der Romantik bis zur zeitgenössischen Kunst repräsentieren: künstlerische Ansichten, die sich mit den Panoramablicken auf die umliegenden Gipfel (von den Belluneser Bergen, zum Monte Civetta und Pelmo, von der Marmolada bis zu den Dolomiti ampezzane) abwechseln, die man aus den Museumsfenstern sehen kann.


Kuriosität: Das Observatorium an der Spitze des Museums wurde von Neuem auf einer früheren Struktur mit Metallelementen und hochtransparentem Glas errichtet; es scheint den Dolomitenkristall nachzubilden, wobei die Kanten jeweils einem der großen umliegenden Dolomitengipfel zugewandt sind.

Standort: Italien, Monte Rite (Venetien)

MESSNER MOUNTAIN MUSEUM ORTLES

Das Mountain Messner Museum Ortler erinnert mit seiner unterirdischen architektonischen Struktur an die Spalten eines Gletschers und befindet sich in Sulden (1900 m), am Fuße des großen Ortler-Massivs.

Der zentrale Raum des Museums befindet sich im Inneren eines kleinen Hügels, zu dem man durch eine große, in die Stützmauer des Hügels geschnittene und mit Stein verkleidete Öffnung gelangt. Eine Rampe führt hinunter zu einer künstlichen Höhle aus Sichtstahlbeton; das Licht kommt von oben durch ein verglastes Band, das die Decke ebenso durchquert wie eine Gletscherspalte.

Das Museum ist der Welt der Vereisung und der Dunkelheit gewidmet und erzählt die Mythen des Schneemanns, des dritten Pols, in einer Reise durch zwei Jahrhunderte Geschichte der Eisgeräte, des Skifahrens, des Eiskletterns und der Expeditionen zu den Polen.


Kuriosität: In der Nähe des Museums befindet sich ein 400 Jahre alter Bauernhof, das Yak & Yeti, wo man typische Gerichte aus Südtirol und dem Himalaya essen kann, während im Zentrum von Sulden eine alte Bergsteigerunterkunft die Alpine Curiosa beherbergt, ein kleines Museum mit einigen kuriosen Objekten, wie einem Felsen vom Gipfel des Monte Kailash, dem Klettermeißel von Comici oder dem Rucksack von Bonatti.

Standort: Italie, Solda (Trentino Alto-Adige)

MESSNER MOUNTAIN MUSEUM CORONES

Mit Blick auf die Lienzer und Ortler Dolomiten, die Marmolada und die Zillertaler Gipfel wurde das Mountain Messner Museum Corones, das sich auf dem Kronplatz (2275 m) befindet, von der Architektin Zaha Hadid entworfen. 

Im Inneren zeichnet das Museum anhand von Relikten, Zitaten, Gemälden und Skulpturen die Entwicklung des modernen Bergsteigens nach, die Verbesserungen der Ausrüstung im Laufe der Zeit, die Triumphe und Tragödien auf den berühmtesten Bergen der Welt und die Darstellung der großen Figuren des Bergsteigens und nicht den sportlichen Unternehmungen, wie Reinhold Messner selbst sagte.

Dem traditionellen Abenteuer Alpinismus gewidmet, der Königsdisziplin des Bergsteigens, den Messner selbst als erster charakterisiert hat, ist das Museum ein stiller Ort, an dem man sich zurückziehen und unvergessliche Landschaften genießen kann: ein echter Erlebnisort.


Kuriosität: Jeder der vier Balkone des Museums bietet einen anderen Panoramablick und zeigt einige wichtige Gipfel in der Geschichte des Alpinismus der Dolomiten und auch der von Messner, wie z.B. den Sasso di Santa Croce (eine seiner berühmten Besteigungen): sie wirken für die Besucher wie vier große "Augen" zu den Bergen.

Standort: Italien, Kronplatz (Trentino Alto-Adige)

NATIONAL BERGMUSEUM

Das National Bergmuseum "Duca degli Abruzzi" befindet sich auf dem Gipfel des Monte dei Cappuccini, in einer Panoramaposition mit Blick auf Turin und die umliegenden Alpen.

Das Museum ist in vier Bereiche unterteilt. Zu Beginn reflektiert es darüber, wie sich der Berg von einem feindlichen Ort voller Unheimlichkeit zu einem zivilisierten Platz entwickelt hat, an dem sich der Sinn für Schönheit kultivieren konnte. Ausgehend von den schwierigen Umständen denen sich die Römer ausgesetzt sahen, die Alpen zu überqueren, wird die Geschichte des Berges erzählt, der von einem unerreichbaren Ort auch zum Sitz des alltäglichen Tourismus wurde, wie wir alle wissen. 

Eine andere Abteilung des Museums erzählt die Geschichte des Bergsteigens von den ersten Besteigungen Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Geburt des Bergtourismus im nächsten Jahrhundert. Symbole des Bergsteigens, die sich im Laufe der Zeit verändert haben, sind die Biwaks, die aus einzelnen Unterkünften zu komfortablen Hütten wurden, oder die Seile, die heutzutage viel robuster sind als die ersten sowie Haken, die erst nach einigen Jahren als treues Werkzeug für Bergsteiger erkannt wurden. 


Kuriosität: Das Museum wurde 1874 von den ersten Mitgliedern des Club Alpino Italiano (CAI) gegründet, der ein Jahr zuvor, nach der Besteigung des Monviso durch Quintino Sella, in Turin gegründet wurde, mit der Aufgabe, junge Menschen in die Berge zu bringen und die Werte des Bergsteigens und die Bedeutung der wissenschaftlichen Erforschung der Alpen zu verbreiten.

Standort: Italien, Turin

MUSEEN DES GROSSEN KRIEGES DER DOLOMITEN

Der Monte Lagazuoi ist eine echte "Felsenburg" mit Zinnen, Türmen, Militärbasen und Unterständen für Waffen und Männer, die sich in ihrem Inneren versteckt haben und von der österreichisch-ungarischen und italienischen Armee während des Großen Weltkriegs ausgehoben wurden.

Jetzt können Sie die Stollen, die Schützengräben und die Maschinengewehrstellungen besichtigen, die entlang des Weges des Freilichtmuseums des Großen Krieges restauriert wurden, der auf verschiedenen Wegen auf den Berggipfel gelangt.

An der Bergstation der Seilbahn kann man die österreichischen Stellungen des Bergrückens sehen, während man auf dem breiten Sentiero del Fronte die alte Frontlinie während des Krieges zurückverfolgen kann. Ein anderes Erlebnis ist der Gang durch die Galleria dell'Anticima, ein fast einen Kilometer langer Minenstollen, der von den italienischen Soldaten gegraben und dann im Juni 1917 gesprengt wurde. Anspruchsvoller, teilweise ausgesetzt, aber mit Fixseilen versehen, ist der Kaiserjägerpfad, ein Kommunikationsweg für den Transport von Lebensmitteln, Munition und Material aus dem Talboden und höher gelegenen Stellungen.

Der Lagazuoi liegt im Zentrum eines 5 km langen Museumsgebiets, das zu Fuß oder mit der Seilbahn erreichbar ist und auch einige Gebiete der umliegenden Berge umfasst: das Freilichtmuseum der Cinque Torri, wo sich ein Kommando der Gebirgsartilleriegruppe der italienischen Armee befand, der Sass de Stria, ein Posten der österreichischen Verteidigung und das Forte dei Tre Sassi, eine österreichische Festung, heute Museum mit Zeugnissen der Soldatenausrüstung. 


Kuriosität: Während des Sommers werden einige Besuche auf den Pfaden des Lagazuoi in Begleitung von Bergführern organisiert, die auf den Großen Krieg spezialisiert sind, aber auch mit historischen gekleideten Schauspielern, die die Uniform des Tiroler Kaiserjäger III Regiments tragen und perfekt ausgerüstet sind; mit ihnen ist es möglich, die Posten Edelweiß und Cima Gallina zu besuchen.

Standort: Italien, Monte Lagazuoi (Venetien)

INTERNATIONAL BERGMUSEUM

Das Internationale Bergmuseum (IMM) in Pokhara, Nepal, dokumentiert und zeigt die vergangenen und gegenwärtigen Entwicklungen im Zusammenhang mit Bergsteigeraktivitäten auf der ganzen Welt und feiert die Geschichte, Geographie, Kultur und Tradition des Himalayas. 

Die Mountain Gallery zeigt Fotografien zu jedem der 14 Achttausender der Welt von Nepal über Tibet bis Pakistan zusammen mit Zeugnissen der hochalpinen Flora und Fauna des Ökosystems Himalaya.

Die Mountain People Gallery ist den einheimischen Kulturen gewidmet, die von den Bergen als Lebensgrundlage abhängig sind, mit einem Hauptaugenmerk auf die Sherpas: Reiter und Händler, mit tibetischer Abstammung. Sie sind im gesamten Khumbu-Gebiet ansässig und dafür berühmt, Führer und Träger zu sein und innovative Techniken entwickelt zu haben, um in großer Höhe Landwirtschaft zu betreiben und widerstandsfähige Dörfer zu bauen. 

Die Mountain Activities Gallery zelebriert das Bergsteigen im Himalaya und zeigt historische Ausrüstungsgegenstände von den ersten Besteigungen der 8.000er-Gipfel bis in die frühen 2000er Jahre.


Kuriosität: Ein kleiner Bereich bietet eine Reflexion über den menschlichen Einfluss auf die Berge und die Bedeutung der Erhaltung der Umwelt: Es gibt eine Sammlung von Müll, der von Expeditionen am Everest über drei Saisonen hinweg hinterlassen wurde. 

Standort: Nepal, Pokhara

ALPIN MUSEUM

Das Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Alpine Museum bewahrt und zeigt mehr als 11.000 Artefakte aus dem 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, um das historische und künstlerische Erbe der Mont-Blanc-Region zu präsentieren. 

Die Ausstellung ermöglicht die Erkundung der Geschichte des Chamonix-Tals, von der bäuerlichen Lebensweise der einheimischen Bevölkerung bis hin zum frühen Bergsteigen und der Eroberung des Mont Blanc.

Der Rundgang durch das Museum setzt sich fort mit der Geschichte der großen wissenschaftlichen Studien in 4.000 Metern Höhe, mit denen die Erforschung der unbekannten Bergwelt begann, bis hin zur Entwicklung des Winter- und Sommersports und der Umgestaltung des Tals mit der Entwicklung des Tourismus.

Eine Abteilung des Museums ist der Ausstellung einiger Kunstwerke gewidmet, die Eingebungen und Anregungen von Malern, Bildhauern und Fotografen durch die Beobachtung der Berge und das Leben in den Bergen zeigen. Die Erforschung des Hochgebirges begann eigentlich im 18. Jahrhundert aus wissenschaftlichen Gründen.


Kuriosität: Das Museum ist in einem prächtigen Palast untergebracht, dem "Chamonix Palace", der einst ein Luxushotel im Chamonix-Tal war und über der Berglandschaft des Tals herrscht.

Standort: France, Chamonix

BRADFORD WASHBURN AMERICAN MOUNTAINEERING MUSEUM

Der American Alpine Club und die National Geographic Society gründeten das American Mountaineering Museum und widmeten es nach seinem Tod im Jahr 2007 Bradford Washburn, einem amerikanischen Bergsteiger, Kartographen, Künstler und Fotografen, der als erster die Berge Alaskas aus der Luft vermaß und Karten von Gipfeln wie Denali und Everest schuf. 

Das Museum beherbergt Sammlungen von Relikten, Karten und Fotografien über die Geschichte des amerikanischen Bergsteigens sowohl in Nordamerika als auch im Ausland. Die Mission dieses Ortes ist es, aufzuzeigen, wie das Bergsteigen ein Teil der amerikanischen Kultur war, von Erstbesteigungen in Alaska und dem Himalaya bis hin zu einer Abteilung, die der 10th Mountain Division gewidmet ist, der berühmten Infanterie, die im Zweiten Weltkrieg in den österreichischen und italienischen Alpen kämpfte.

Der American Alpine Club unterhält auch eine Bibliothek mit über 20.000 Büchern, Karten, Filmen, Fotografien, archivierten Bergführern, handgeschriebenen Routenkarten und Dokumenten der Bergkultur und -forschung. 


Kuriosität: Ein Objekt, das im Museum ausgestellt ist, ist der hölzerne Eispickel, den der amerikanische Bergsteiger Pete Schoeing bei der berühmten Aktion "The Belay" (1953) benutzte: Er konnte damit seine fünf Mitglieder der Klettergruppe retten, die während eines Eissturms am Everest stürzten. 

Standort: USA, Golden (Colorado)

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